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7. Oktober 2021

Waldbaden: Shinrin Yoku und die heilsame Wirkung des WaldesVon Berlin bis nach Bayern – Waldbaden wird immer populärer. In zahlreichen Hotels, Spa-Resorts und Kursen können Interessierte beim „Shinrin Yoku“ eine achtsame Auszeit vom Alltag erleben. Das Eintauchen in die Atmosphäre des Waldes kommt aus Japan und ist dort bereits fest im Gesundheitswesen verankert. Die Waldmedizin beruft sich dabei vor allem auf die Wirkung des Waldes auf das Immunsystem. Über den „Biophilia-Effekt“ beeinflusst Waldbaden die Produktion von Immunzellen im Körper und findet als Methode zur Stressprävention immer mehr Anerkennung. Aber was bedeutet Waldbaden genau, und wie lässt sich das heilende Band zwischen Mensch und Wald wissenschaftlich erklären? Ein Besuch bei „Dr. Wald“.

7. Oktober 2021

Waldbaden: Shinrin Yoku und die heilsame Wirkung des WaldesVon Berlin bis nach Bayern – Waldbaden wird immer populärer. In zahlreichen Hotels, Spa-Resorts und Kursen können Interessierte beim „Shinrin Yoku“ eine achtsame Auszeit vom Alltag erleben. Das Eintauchen in die Atmosphäre des Waldes kommt aus Japan und ist dort bereits fest im Gesundheitswesen verankert. Die Waldmedizin beruft sich dabei vor allem auf die Wirkung des Waldes auf das Immunsystem. Über den „Biophilia-Effekt“ beeinflusst Waldbaden die Produktion von Immunzellen im Körper und findet als Methode zur Stressprävention immer mehr Anerkennung. Aber was bedeutet Waldbaden genau, und wie lässt sich das heilende Band zwischen Mensch und Wald wissenschaftlich erklären? Ein Besuch bei „Dr. Wald“.

Was bedeutet Waldbaden?

„Ich ging im Walde so vor mich hin, und nichts zu suchen, das war mein Sinn“ – dieses Zitat von Johann Wolfgang von Goethe beschreibt schon vor 300 Jahren, was Waldbaden bedeutet: Absichtslos und geruhsam im Wald zu schlendern. Im Unterschied zu einem normalen Spaziergang sind Sie beim Waldbaden bewusst langsam und ziellos unterwegs.

Das Wort Baden ist dabei nicht wörtlich gemeint. Eine Badehose brauchen Sie zum Waldbaden nicht. Wer in die Atmosphäre des Waldes eintauchen möchte, braucht nur offene Sinne und zwei bis drei Stunden Zeit. Je nach Jahreszeit sind auch Mütze und Handschuhe empfehlenswert.

 

Shinrin Yoku – Waldbaden nach japanischer Tradition

„Eintauchen in die Waldatmosphäre“ – unter dem Begriff Shinrin Yoku ist das Waldbaden in Japan schon lange in der Kultur verankert. Wie in der deutschen Romantik suchten japanische Dichter im Wald nach Heilung und Erholung. Das Interesse an der Natur hat sich dabei früh in die Wissenschaft übertragen.

Bereits 1982 empfahl die japanische Forstagentur das Waldbaden für einen gesunden Lebensstil. Seit 2005 ist Waldmedizin ein Teil der Ausbildung an der Nippon Medical School, und Shinrin Yoku ist in Japan eine offiziell anerkannte Methode zur Stressprävention.

Mittlerweile gibt es in Japan mehr als 70 zertifizierte Shinrin-Yoku-Wälder, in denen Waldbaden zur Stärkung der Resilienz und als begleitende Rehabilitationsmaßnahme angeboten wird. Vor allem zur Prophylaxe von Burnout und um Rückfälle zu vermeiden, ist Shinrin Yoku beliebt.

 

 

Biophilia-Effekt – schützt Waldbaden vor Krankheiten?

Durchatmen, abschalten, mit allen Sinnen die Natur spüren – dass ein Waldspaziergang gesund ist für Körper und Geist, das spürt man intuitiv. Was für den Spaziergänger eher ein Gefühl ist, haben Wissenschaftler weltweit mittlerweile bereits umfassend erforscht.

Japanische Forscher konnten wichtige Belege liefern, dass ein Waldspaziergang die Heilung und Prävention von Krankheiten fördert. Dies geschieht unter anderem über die Steigerung der Produktionsrate von natürlichen Killerzellen (NK-Zellen), die der Körper zum Beispiel zur Bekämpfung von Krebszellen produziert. Unter ihrem Präsidenten Dr. Qing Li hat die „Japanische Gesellschaft für Waldmedizin“ das Land zur führenden Nation für Waldbaden gemacht.

Auch amerikanische und deutsche Studien bestätigen die positive Wirkung des Waldes auf das Immunsystem, die Atmung und das psychische Wohlbefinden. Waldbaden baut Stresshormone ab und hilft den Blutdruck zu regulieren. Schon allein die Anwesenheit des Waldes kann die Heilung von Krankheiten beschleunigen. Einen zusätzlichen Effekt auf die Gesundheit hat aktive Bewegung: Ein Waldspaziergang ist gesund für Körper und Seele.

Die internationalen Forschungsergebnisse zum Waldbaden hat der österreichische Biologe Clemens Arvay in seinem Buch „Der Biophilia-Effekt“ gesammelt. Darin beschäftigt er sich vor allem mit der Heilkraft von Bäumen durch sogenannte Terpene und Heilung durch „Weg-Sein“.

 

Wie wirkt Waldbaden auf den Organismus?

Sattes Grün, wohltuende Stille und der würzige Duft von Tannennadeln: Waldbaden wirkt auf alle Sinne. Für den gesundheitsfördernden Biophilia-Effekt sind verschiedene Faktoren verantwortlich. Diese Wirkmechanismen der Waldmedizin sind bisher bekannt:

 

  • Gesunde Waldluft – Waldbaden als Anti-Krebs-Spaziergang

Die Luft im Wald ist angereichert mit sogenannten Terpenen. Stoffe, die Pflanzen für ihre Kommunikation untereinander und die Abwehr von Feinden nutzen. Auch der menschliche Körper scheint auf Terpene zu reagieren: Zwei- bis dreistündiges Waldbaden erhöht die Anzahl der natürlichen Killerzellen im Blut um etwa 50 Prozent. Diese Wirkung des Waldes auf das Immunsystem hält bis zu sieben Tage an.

Was die Waldluft zusätzlich gesund macht, ist ihr hoher Anteil an Sauerstoff. Im Vergleich zur Stadtluft atmen wir im Wald bis zu 90 Prozent weniger Staubteilchen ein. Eine Erholung für die Atemwege.

 

  • In der Ruhe liegt die Kraft

Was einen Waldspaziergang gesund macht, fällt vielen Besuchern erst spät auf. Denn ein Teil des Biophilia-Effekts beruht gerade auf der Abwesenheit von etwas, was uns täglich umgibt: Lärm. Waldbaden ist die Begegnung mit einer wohltuenden Stille. Kein Motorenlärm, kein klingelndes Handy, keine lauten Gespräche. Der Wald ist ein Ort, an welchem die Ohren entspannen und wieder feine Geräusche wahrnehmen können.

 

  • Entschleunigung – mehr Zeit, weniger Druck für das Herz

Unser hektischer Alltag strapaziert Herz und Kreislauf. Studien belegen, dass die entschleunigte Bewegung und der Wegfall von Zeitdruck beim Waldbaden den Blutdruck und die Herzfrequenz senken können. Schon ein kurzer Waldspaziergang ist gesund. Damit der Effekt nachhaltig ist, empfiehlt es sich aber, möglichst drei Stunden in die Natur einzutauchen.

mikro+ Waldbaden
Ungewohnte Bewegungsabläufe – der Wald als Fitnesstrainer
Ungewohnte Bewegungsabläufe – der Wald als Fitnesstrainer

Britische Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass körperliche Aktivität beim Waldbaden den Biophilia-Effekt noch erhöht. Was den Waldspaziergang gesund macht, ist neben dem sanften Ausdauertraining vor allem die ungewohnte Bewegung. Über umgestürzte Bäume klettern, weiches Moos abfedern, über einen kleinen Bach springen, auf Baumstämmen balancieren – Waldbaden trainiert ganz nebenbei die Koordination und löst neue Prozesse im Gehirn aus.

 

  • Stimulation des Parasympathikus

Das Spiel von Licht und Schatten, der Duft von Tannenadeln, zwitschernde Vögel – die vielfältigen Sinneseindrücke beim Waldbaden stimulieren den Teil unseres Nervensystems, der für Erholung und Entspannung verantwortlich ist. Die Aufmerksamkeit auf konkrete Dinge und neue Reize lenkt von Schmerzen und Sorgen ab.

Wie Mediziner feststellten, werden Patienten, die aus dem Krankenhausfenster auf Bäume schauen, schneller gesund und brauchen weniger Schmerzmittel als die, die nur auf eine Hausmauer blicken. Schon Zimmerpflanzen können diesen Biophilia-Effekt erzielen.

 

Neugierig geworden? Wir wünschen viel Spaß und gute Erholung beim Waldbaden!

 

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